Datum: 27. Mai 2011 Ort: Vetropack Schützenmattstrasse 46 8180 Bülach
Zeit: 9.00 - 16.45 Uhr
Zielgruppe
"Konformitätsarbeiter", also Personen, welche selber Konformitätserklärungen ausstellen und die materiellen Inhalten festlegen. Im Regelfall sind dies Qualitätsmanager, zumeist handelt es sich um ausgebildete Chemiker, Lebensmitteltechniker, Lebensmittelingenieure etc. Zur Zielgrupe gehören auch Vertreter von Rohstoffherstellern, Herstellern von Komponenten / Intermediates (Klebstoffe, Farben, Lacke etc.)
Kursinhalte
Mit der Dokumentation beginnen: Eine Deklaration schreiben heisst in allererster Linie Konformitätsarbeiten leisten. Welche Informationen muss ich vorgängig sammeln damit ich überhaupt die Deklaration schreiben kann? Welche Aspekte/ Komponenten muss ich in meiner Dokumentation abdecken (compliance box)? Dazu gehört u.a. die mögliche Anwendung des Produktes abschätzen (die Spezifikation klären). Welche Substanzen bringe ich selber ein, welche Substanzen muss ich delegieren?
Toxikologische Absicherung: Es gibt viele Quellen für toxikologische Informationen. Es gibt Negativliste, Positivlisten, Inventarlisten etc.. Es gibt rechtsverbindliche Listen (Gesetze) und reine Inventarlisten. Was mache ich mit nicht geregelten Substanzen? Was sind die Guidelines der EFSA? Was müsste man unternehmen, um eine toxikologische Abklärung in Auftrag zu geben? Bis zu welchen Grenzen muss ich absichern? Was besagt die EU-Nachweisgrenze, was ist von der 1000 Dalton Grenze zu halten, wo bzw. wann sind diese Grenzen relevant?
Non intentionally added substance (NIAS): Wie können Oligomere abgesichert werden? was sind beabsichtigte Reaktionen aus Additien, was sind unbeabsichtigte Reaktionsprodukte? Welche Reaktionsprodukte können aus Kondensationen, Harzen enstehen und wie sichere ich diese ab? Wie stelle ich sicher, dass vorhandene Substanzen nicht auf späterer Stufe reagieren? Und wenn ja, was muss ich delegieren? Was ist eine Expositionsabschätzung und nach welchen Regeln werden diese durchgeführt? Wie kann ich eine toxikologische Abschätzungen durch Modellierungen (structure activity relationsships (SAR)) herleiten (statt Lebewesen zu exponieren)?
Migrationslimiten sichern: Wie kann ich bestimmte Limiten aus den Basisdaten herleiten? Welche Arten von Limiten gibt es (SMLs, SML(T), QM, QMA)? Wie führe ich worst case Berechnungen durch? Welche Arten von Simulationen gibt es, welches Lebensmittel nehme ich um einen worstcase zu messen? Welche Bedeutung hat das Globalmigrat, genügt es, hilft es? Welche Analytik brauche ich noch um eine Konformität bestätigen zu können?
Schreiben der Deklaration: Welche Rahmenbedingungen aus den relevanten Gesetzen bestehen? Wo braucht es eine Konformitätserklärung (nach Gesetz), wo genügt eine Bescheinigung/Deklaration (was aber inhaltlich durchaus identisch sein kann)? Wie formuliere ich die Spezifikation (um die Verantwortlichkeit sinnvoll einzuschränken)? Was sind dual use additives und welche Bedeutung haben sie? Welche vertrauensbildende Informationen gebe ich meinem Kunden weiter? Welche Überprüfung soll der Kunde (due diligence) vornehmen.
Was verlangt die staatliche Kontrolle: Wie gehen die Behörden vor, wenn sie eine Einzelfallkontrolle anordnen? Was für Massnahmen sind zu erwarten, wenn die Konformitätsarbeit ungenügend ist?
Organsation, Art des Kurses
Die Kursinhalte werden im Stil des Frontalunterrichts vermittelt. Gruppenarbeiten sind nicht eingeplant.
Es besteht die Möglichkeit für Kursteilnehmer, sich für einen zeitlich nachgelagerten halbtägigen workshop einzuschreiben, in welchem auf der Basis von mitgebrachten Unterlagen (die nach Möglichkeit vorgängig dem Gruppenleiter unterbreitet werden) die eigene Deklaration/Konformitätserklärung geschrieben wird.
Maximale Anzahl Teilnehmer
Für den Kurs werden maximal 30 Teilnehmer zugelassen Anmeldung via Webformular, First in - First served Prinzip
Minimale Anzahl Teilnehmer
Der Kurs wird nur durchgeführt, falls sich mehr als 15 Teilnehmer anmelden. Falls sich weniger als 15 Teilnehmer anmelden, wird der Kurs zu einem späteren Zeitpunkt neu ausgeschrieben.
Referenten
Dr. Konrad Grob, Kantonales Labor Zürich (konrad.grob d0s klzh.ch) Dr. Karl Rieger, Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit, Bregenz (karl.rieger d0s vorarlberg.at)
Aufbaukurs "Erstellen der Dokumentation und Schreiben von Deklarationen für Verpackungen die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen" Home |